Die ultimative und unkonventionelle Methodensammlung der Babyberuhigung

Dramatischer Einstieg und so ...


Wieder einmal gehst Du - das schreiende Balg auf dem Arm – im Wohnzimmer auf und ab und zweifelst an Deinen Elternqualitäten. Du fühlst Dich - wie so oft - von Deinem Baby abgelehnt und da fällt es Dir wie Schuppen von den Augen: Das Ganze muss ein Irrtum sein. Du hast ein falsches Baby mit nach Hause bekommen, weil die Krankenschwestern unkonzentriert und unaufmerksam gewesen waren und es ganz einfach vertauscht haben. Hört man nicht immer, dass das Krankenhauspersonal stets überarbeitet sei? Ja so muss es gewesen sein! Schwester Marie ist verantwortlich für diese Bedrouille. Während Du diesen Gedanken weiterspinnst, erscheint er Dir zunehmend als realistisch und im Rahmen der Möglichkeiten. Du hältst das Kleine mit ausgestreckten Armen von Dir weg, um es genauer zu betrachten … um ehrlich zu sein, hast Du Dich hin und wieder gewundert, weshalb es keine Ähnlichkeit mit Dir besitzt. Du fragst Dich, wie Dein Baby wohl aussehen mag und bei wem es wohl ist. Die Lautstärke des exzessiven Schreiens schwillt nun weiter an und Du kehrst in die Realität zurück, wütend und beschämt über Deine Gedanken.


Der Willkommens-Cocktail




Dies ist natürlich eine überspitze Darstellung. Jedoch bekommt jeder Frischankömmling zur Begrüßung in der Elternwelt einen Cocktail der Gefühle eingeschenkt. Dieser füllt sich unaufgefordert selbst nach, auch wenn sich das Rezept ständig ändert und er nicht alle seine Bestandteile preisgibt. Für das Grundrezept nehme man folgende Zutaten:

0,25 cl Hilflosigkeit,

0,15 cl Verzweiflung,

0,15 cl Sorge,

0,10 cl Wut,

0,40 cl Erschöpfung,

0,30 cl Versagensangst,

püriere diese kräftig und füge im Anschluss

0,40 cl bedingungslose Liebe und

0,25 cl Elternglück und

eine Prise Selbstmitleid gespickt mit einem Teelöffel Sehnsucht ins All gebeamt zu werden hinzu.

Einmal durchshaken und fertig!



Warum schreit mein Baby?


So nun Humor beiseite … Mit der Kombination aus Gefühlscocktail und Schreibaby bist Du tatsächlich nicht allein, denn Säuglinge, die nicht schreien, sind DIE AUSNAHME. Zuerst einmal musst Du Dir verinnerlichen, weshalb das so ist. Kein Baby schreit absichtlich, dazu ist es in diesem Alter gar nicht in der Lage. Auch tut es dies nicht ohne Grund: Mit Schreien kommuniziert das Baby und fordert Aufmerksamkeit und Geborgenheit. Es versucht Dich auf seine Bedürfnisse zu trainieren, da es hilflos ist und nicht für sich selbst sorgen kann. Es liegt wie ein Käfer auf dem Rücken, hat jedoch die Option durch Laute auf sich aufmerksam zu machen. Eine Anleitung, die zeigt, wie diese gedeutet und richtig unterschieden werden, wurde vom Storch allerdings nicht mitgeliefert. Deshalb hofft man vor allem als Mutter auf Intuition und Instinkte- schließlich war man fast ein Jahr mit dem Zwerg eins.

Wenn Dein Schreihals wieder alles zum Besten gibt, kann das sehr verschiedene Gründe haben:

Er ist müde.

Er hat Hunger.

Er hat Schmerzen.

Er friert oder schwitzt.

Er möchte körperliche Nähe.

Er fordert eine frische Windel.

Er leidet unter 3-Monats-Koliken.

Er gehört zur Gattung Schreibaby.*

Er hat schlechte Laune oder ist gelangweilt.

Er leidet unter Milcheiweiß-Unverträglichkeit.

Er leidet unter Gastro- oder Extraösophagealem Reflux.

Er ist von den Eindrücken des Tages überfordert oder kann sie nicht verarbeiten.



… Um der Ursache auf den Grund zu gehen empfehle ich dir diese Blogs, die eine super Zusammenfassung bieten. Blog 1, Blog 2

* In der Medizin wird ein Säugling als Schreibaby definiert, wenn es mehr als drei Stunden, an mindestens 3 Tagen der Woche schreit und dieses Verhalten sich über den Zeitraum von drei Wochen hinaus erstreckt.


Die ultimative Methodensammlung der Baby Beruhigung

Um nicht stets die gleichen Ratschläge zur Babyberuhigung lesen zu müssen, bekommst du heir eine Zusammenstellung eher ungewöhnlicher, aber geprüfter Techniken mit Garantiefaktor.


5-S von Dr. Harvey Karp

Dr. Harvey Karp ist ein Kinderarzt aus den USA, der ein Buch mit dem Namen „Das glücklichste Baby der Welt“ herausgebracht hat. In diesem Buch erklärt er, wie Du Deinen Zwerg mit fünf Schritten beruhigen kannst.

1. Baby einwickeln (pucken)

Durch das Pucken wird dem Baby die „Im-Bauch-Atmosphäre“ nachgestellt. Denn dort war sein Platz sowie seine Bewegungsfreiheit begrenzt. Außerdem war es immer schön warm und es musste niemals frieren. Im Leben angekommen muss sein Körper erst lernen die Temperatur anzupassen. Karp stellt einen passenden Vergleich zum Känguru her, welches seinen Jungen niemals den Beutel verwehrt. Eine Anleitung zum richtigen Pucken gibt es hier.

2. Baby in Seitenlage bringen

Viele Säuglinge – meist unruhige Babys – wollen nicht auf dem Rücken liegen. Damit es der Zwerg angenehmer hat, wird empfohlen ihn in Seitenlage zu bringen. Dabei kann das Baby auch ruhig im Arm gehalten werden (Flieger) oder in den Schoss gelegt werden. Nicht vergessen gegen Umfallen zu sichern. (Kissen, Decke, …)

3. Baby mit Sch-Geräusch übertönen

Im Bauch war das Baby einer anhaltenden Geräuschkulisse ausgesetzt, die einem lauten Staubsauger gleich kommt (Blutrauschen der Mutter). Deshalb wirkt ein lautes Sch-Geräusch Wunder. Auch ein Fön oder die Waschmaschine können eine beruhigende Wirkung haben. Wichtig ist, dass das Geräusch lauter als das Geschrei des Säuglings ist.

4. Baby Schaukeln (Scheibenwischer-Methode)

Einfach den Zwerg in den Schoss legen und die Beine sanft nach links und rechts bewegen. Jedoch soll bei Zunahme des Geschreis die Geschwindigkeit angepasst werden. (je heftiger der Schrei, desto schneller das Schaukeln)

5. Baby saugen lassen

Das Baby wird erst anfangen zu saugen, wenn es durch die vorangegangen Schritte etwas ruhiger gestimmt wurde. Schnuller oder saubere Finger können dem Säugling angeboten werden. Die Brust lieber in der Bluse lassen, denn sonst verbindet das Kind Geschrei mit Füttern verbindet.


Babyhängematte

Jessi, die ihr Kleines liebevoll Terrorpüppi nennt, erzählt hier von einer Babyhängematte, die zu ihrer ganz persönlichen Wunderwaffe wurde.

Gymnastikball

Wenn Vanessa auf ihrem Gymnastikball auf und ab federt wird ihr kleiner Henry sofort ruhig.

Sleeping Baby

Diese Familie aus Zürich hat eine Vorrichtung konstruiert, die Eltern vom Schaukeln und Wippen des Kindes entlastet.


Die richtige Musik macht's!

In seinem sogenannten Papa-Blog - Wenn Schreibtischtäter plötzlich Väter werden -beschreibt ein Vater humorvoll, wie sein Zwerg durch Pop-Musik aufhört zu schreien.

Auch in diesen Videos werden Kinder durch Songs verschiedener Künstler beruhigt. Schon Babies reagieren emotional auf Musik. (Hier ist ein Baby zu Tränen gerührt, als seine Mutter ihm etwas vorsingt)

Weitere Beispiele:
Taylor Swift - Blank Space
Katy Perry – Dark Horse
Pharrell Williams – Happy
Florida – Low
Lecrae ft. Andy Mineo – Background
Go Radio – Any other heart

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