Hallo Baby, Adé Schlaf oder Klappe die Erste

Szene 1: Und plötzlich heißt es: Wir sind schwanger!

Die spannendsten und längsten Minuten Deines Lebens sind definitiv während des Schwangerschaftstests. So lange diese Zeitspanne Dir auch vorkommen mag, ist dieses Gefühl rein gar nichts, verglichen mit dem Peng-Moment, wenn es urplötzlich heißt: Wir sind schwanger.

Während der Schwangerschaft bist du dauerhaft von einem positiven Gefühl beflügelt. Du kannst es kaum erwarten, bis endlich der Tag der Geburt gekommen ist. Von Deiner „Ich-könnte-die-ganze-Welt-umarmen“-Laune getrieben versetzt Du Dich in die verschiedensten Berufe. Du versuchst Dich als Schreiner und probierst das schönste Kinderbett des Universums zu bauen. Du beginnst eine Raumausstatter Karriere, indem Du das Kinderzimmer mit dem tollsten Schnicknack ausrüstest. Als Babybuch-Kritiker trägst Du hier und da Deine Rezensionen ein und teilst sie anderen werdenden Eltern mit. Möglicherweise bist Du sogar selbst der Autor und führst Tagebuch über Deine Schwangerschaft. Doch spätestens nach den ersten schlaflosen Nächten hat die Vorfreude auf das eigene Baby die Koffer gepackt und ist ins Nirvana verreist. Natürlich sind auch die Monate vor der Schwangerschaft mit Höhen und Tiefen gespickt und erweisen sich für Paare nicht allzu selten als Zerreißprobe. Aber wenn der lange ersehnte Moment endlich gekommen ist und das Baby das Licht der Welt erblickt, wird man mit einer ganz anderen Nummer konfrontiert: Verantwortung für ein "kleines Menschlein“. Klar erwartet man, dass die ersten Wochen als frischgebackene Eltern kein Zuckerschlecken werden, dennoch hofft man insgeheim mit einem Ausnahmetalent gesegnet zu sein. Als hätte Dir der liebe Gott beim Verteilen von Eigenschaften und Fähigkeiten ein bisschen zu viel auf den Löffel des „Talents für Kindererziehung“ geladen. Einfach stets zu wissen, was in Momenten der Unsicherheit das Richtige zu tun ist. Kein Buch der Welt ist in der Lage Dich darauf vorzubereiten, was die erfolgreiche Meisterung des Ausnahme-Marathons ohne Zielgerade betrifft.


Szene 2: Schreiendes Baby, was hab ich dir getan?

Es ist mitten in der Nacht, sagen wir 3 Uhr, und du stehst mit Deinem neugeborenen Schützling vor dem Gitterbett. Du stehst dort nicht zum ersten Mal in dieser Nacht, da eine Schreiphase die Nächste jagt. Du bist nicht nur mit Deinen Tricks und Kniffen am Ende, sondern auch mit Deinen Nerven. Ratlos versuchst Du Dich an die zahlreichen Tipps aus den Elternforen zum Thema Beruhigung und Einschlafhilfen für Babys zu erinnern und wirkungsvolle Praktiken zu filtern. Während Du mit dem Baby auf dem Arm Deinen Körper vor und zurück wiegst und ihm wiederholt sanft über den Rücken streichelst, erinnerst Du Dich an diesen einen Satz: Kinder sind das schönste Geschenk der Welt. Erneut versuchst Du Dich auf die vorgeschlagenen Einschlafhilfen zu konzentrieren, doch den einzig klaren Gedanken, den Du in diesem Moment fassen kannst, ist: Wer hat diesen dämlichen Satz vom Stapel gelassen?

Szene 3: Baby-Schlaf-oder-besser-Nichtschlaf-Weisheiten

Um den Wolfstanz im nächsten Textabschnitt erfolgreich zu meistern, musst Du mit dem benötigten Hintergrundkenntnissen gefüttert werden. So ist das Wissen essentiell, dass Babys in den ersten zwei Monaten zwischen 16 und 18 Stunden pro Tag schlafen. Dies hört sich unglaublich an, ist aber tatsächlich wahr. Neugeborene schlafen in über den Tag verteilten Episoden, die zwischen zwei und drei Stunden andauern. Warum sie das tun? Sie sind noch nicht fähig in einen Tiefschlaf zu fallen. Man spricht deshalb von einem sogenannten REM-Schlaf. Dies ist ein Überlebensmechanismus und sorgt dafür, dass Dein Schützling wach wird, wenn er z.B. friert oder hungrig ist. Bis der Zeitpunkt kommt, an dem ein Baby durchschläft, können Monate vergangen sein. Wobei erwähnt werden muss, dass ein Baby niemals durchschläft. Es lernt nur, sich nach dem Aufwachen selbst zu beruhigen. Für diese Tatsache gibt eine logische Begründung, wie Du gleich erfahren wirst. Im Bauch der Mutter hat Dein Schützling alle Freiheiten der Welt. Ob er nun Lust auf Akrobatik hat oder sich lieber zur Ruhe legt ist ganz ihm überlassen. Vor allem liegt in seiner Hand, zu welchen Zeiten es aktiv sein möchte oder nicht. Das heranwachsende Baby im Mutterleib unterscheidet nicht zwischen Tag und Nacht. So ist es ein Lernprozess für den Säugling, sich in das vorgegebene Schema von Tag und Nacht einzupassen. Ein nachvollziehbarer und annähernder Vergleich kann für Dich der Rhythmuswechsel Deines Tagesablaufs bei Schichtarbeit sein. Mit der Erkenntnis, dass ein Baby niemals durchschläft und keinen vorprogrammierten Tagesryhtmus besitzt, kannst du nachvollziehen, weshalb Dein Baby Dir den Schlaf raubt ;).

Szene 3: Wolfstanz

Dein erster Schritt in Richtung schlafreiche Nächte (nicht nur für dein Baby) beginnt mit dem Wolfstanz. Das heißt, sich mit dem Wolf anzufreunden und der Ursache seines Geheuls auf den Grund zu gehen. Um wieder schlafen zu können, musst Du den Anlass für die Schreiphasen Deines Babys herausfinden. Oftmals gibt es ganz simple Ursachen. In vielen Fällen kann Dein Schützling im Handumdrehen mit den richtigen Methoden aus der Baby-Trickkiste beruhigt und zum Einschlafen gebracht werden. Hier verweise ich Dich auf diese beiden Seiten: Ursachen des Wolfsgeheuls 1 und Ursachen des Wolfsgeheuls 2

Wenn Du eine Zusammenfassung der besten Einschlaftechniken für Dein Baby haben möchtest, kannst Du hier einen Blick in die "Schatztruhe der Einschlafhilfen" werfen.

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